Samstag, 04 März 2017 14:25

Wie Knete in Gottes Hand

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Unsere Kinder spielen gern mit Knete. Ein Evergreen: Die meisten von uns kennen Knete und ähnliches Kreatives bereits aus der Kindheit. Als ich etwa 8 Jahre alt war, meldete mich meine Mutter im Ricklinger Freizeitheim in Hannover zu einem Töpferkurs an. Das war dann die Steigerung vom Spielen mit Knetgummi, denn man konnte die kleinen getöpferten „Kunstwerke“ brennen und mit nach Hause nehmen. Ein paar meiner Schöpfungen haben mich über Jahre hinweg begleitet.

Das Bild des Tons, das der Töpfer mit seinen Händen bearbeitet, finden wir auch in Gottes Wort:

Aber nun, HERR, du bist unser Vater. Wir sind der Ton, und du bist unser Bildner, und wir alle sind das Werk deiner Hände. (Jes. 64,7)

Obwohl es hier im Zusammenhang um den Überrest Israels geht, der im Tausendjährigen Reich auf das gnädige Handeln Gottes zurückblickt (Jes. 63,7-64,12), ist das natürlich auch ein wunderbares Bild für unsere Beziehung zu Gott und für das Werk, das er in uns wirkt.

So wie ein Töpfer (Bildner) sozusagen der Vater des Gegenstands ist, den er erschaffen hat, so ist Gott unser Schöpfer und Vater. Aus dem Grundmaterial des Tons schafft der Töpfer einen Gegenstand, der schön und nützlich zugleich ist. Aber bis zu dem fertigen Gefäß ist es ein langer Weg. Der Töpfer muss den Ton zuerst formen. Dazu zieht er den Tonklumpen unter sanftem Druck mit den Händen herauf. Danach wird das getrocknete Werkstück bei einer Temperatur bis zu 1200° C gebrannt. Dadurch erhält das Tongefäß seine typischen Eigenschaften.

Das Bild passt natürlich hervorragend als Beschreibung unseres geistlichen Wachstumsprozesses. In Gottes Händen sind wir wie ein Tonklumpen, den der Töpfer bearbeitet. Der Druck und das Nachgeben unter diesem Druck verleihen uns die Form, die der Vorstellung unseres Bildners entspricht. Das Vorbild ist natürlich unser Herr Jesus Christus selbst (Röm. 8,29). Aber der Ton muss auch der Hitze des Brennofens ausgesetzt werden, um seine typischen Eigenschaften zu erhalten. In ähnlicher Weise wirken Schwierigkeiten in unserem Leben, auch wenn uns dieser Gedanke schwerfällt. Aber immerhin ist Gott ja der Bildner. Er kennt genau das richtige Maß an Druck und Hitze, das wir benötigen.

Aber weil sich Veränderung nicht unbedingt gut anfühlt, besteht die Gefahr, dass wir uns dagegen wehren oder ihr sogar widerstehen. Auch dazu hat Jesaja etwas zu sagen:

Weh dem, der mit seinem Bildner rechtet - ein Tongefäß unter irdenen Tongefäßen! Sagt etwa der Ton zu seinem Bildner: Was machst du?, und sagt etwa dein Werk von dir: Er hat keine Hände? (Jes. 45,9)

Wie merkwürdig wäre die Vorstellung, dass ein Tonklumpen beginnt zum Töpfer zu sprechen und seine Arbeit in Frage zu stellen. Aber wie ist das, wenn Gott schwierige Umstände in unserem Leben zulässt. Vertrauen wir da im Glauben ganz und gar auf Seine Fähigkeit uns zu verändern oder stellen wir Sein Wirken in unserem Leben in Frage?

Glaube bedeutet Gott zu vertrauen, egal wie ich mich dabei fühle, weil Gott mir ein gutes Ergebnis verspricht.

Eines ist klar: Gott wird Sein Ziel erreichen (Phil 1,6). Wäre es da nicht viel weiser, Sein Wirken in unserem Leben zuzulassen, anstatt der Veränderung zu widerstehen?

Wäre es nicht besser, wie Knete in Gottes Hand zu sein?

 

 

364 Aufrufe Letzte Änderung am Donnerstag, 14 September 2017 08:58
Oliver Meyer

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